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23.04.2016 Christiane Stenzel

Interview mit Stefan Reichl vom The Breakers

Wo die Uhren anders ticken

Stefan Reichl © The Breakers

Wo die Uhren anders ticken

Ein Taucherblog – und wir interviewen einen Hoteldirektor. Herr Reichl, können Sie sich denken warum?

 

Vielleicht weil es nur wenige Tauchspots gibt, die man aus Europa innerhalb 4 Stunden Flugzeit erreichen kann, die aber gleichzeitig so faszinierend und vielfältig sind wie die hier am Roten Meer in Somabay.
Oder, vielleicht haben Sie spezielles Interesse daran, wie das Leben eines tauchbegeisterten Hoteldirektors so abläuft?

 

Wie & wann sind Sie als Hoteldirektor zum The Breakers gekommen?

 

Die Abu Soma Development Company wollte zu den vier Luxushotels die es in Soma Bay bereits gibt, noch ein kleines Lifestyle Hotel eröffnen, das sich ganz auf Tauchen, Kiten und Leisure konzentriert. Sie kannten mich schon von meiner Zeit bei Robinson und wussten daher, wie tauch- und kitebegeistert ich bin. Daher haben Sie mich auch direkt gebeten, ein Konzept für diese Zielgruppe zu entwickeln und danach das Hotel auch zu leiten – das war 2008.


Die legendäre „Breakers Time“ – Sie stellen die Uhr in Ihrem Hotel einfach mal um eine weitere Stunde nach vorne – wollen Sie Ihre Hotelbetten schonen?


Wir haben uns von Anfang an stringent nach den Bedürfnissen der Taucher und Kiter gerichtet und möchten für diese Zielgruppe ein Optimum an Zeit, Vergnügen und Erlebnissen auf und unter Wasser garantieren. Da die Sonne in Ägypten im Winter bereits gegen 16:45 Uhr Ortszeit untergeht und die verbleibende Zeit zum Abendessen dann noch sehr lang ist, haben wir uns entschlossen, die Zeit eine Stunde vorzustellen, sodass sie im Breakers erst um 17:45 Uhr untergeht.


Sie sind Kite Surfer und Taucher, auf beide Zielgruppen haben Sie sich in Ihrem Hotel spezialisiert. Was sind denn diese speziellen Bedürfnisse?


Taucher und Kiter sind vor allem Gäste mit einer hohen Erwartung an ihren Sport und den damit verbundenem Lebensstil. Dies bedeutet für uns Optionen und  Plattformen anzubieten, um diesen Dingen entspannt nachzugehen, aber professionelle Hotelerie nicht außer Acht zu lassen. Dazu gehört, dass zum Beispiel unsere Gym und der Pool keine strikten Öffnungszeiten haben, jeder ist zu jeder Zeit willkommen, oder, dass wir alle Gerichte immer frisch – direkt vor den Augen der Gäste – kochen und zubereiten, dass wir große Gruppentische für gesellige Runden, als auch kleinere Tische für entspannte Momente in kleineren Gesellschaften haben, und vieles andere.

Hat sich das Tauchen in den letzten Jahren verändert in Soma Bay?


Was wir festgestellt haben ist, dass unsere Gäste ein sehr fundiertes Wissen besitzen und der Unterwasserfauna und –flora mit großem Respekt entgegentreten. Umweltbewusstsein wird hier sehr groß geschrieben, genauso wie die Möglichkeit, neue Dinge beim Tauchen zu entdecken und kennenzulernen, so z.B. die Rebreather-Ausbildung hier vor Ort bei Orca.

 

Haben Sie selbst noch Zeit fürs Tauchen? Und wenn ja: Was sind für Sie die Top 3 Tauchspots vor Soma Bay?


Ich versuche, so oft wie möglich zu tauchen – am liebsten mit meinem guten Freund Volker Clausen, dem Besitzer der Orca Tauchbasen. Meine Top 3 Spots sind: das Panorama Riff, Salem Express und natürlich unser Hausriff!


Warum sollte man als Taucher nach Soma Bay kommen?


Hier dominiert eine unkomplizierte, entspannte Art zu Tauchen, die aber trotzdem auf hohem, technischen Niveau unter Einbezug der Natur und Sicherheit stattfindet. Das, kombiniert mit der Nähe zu Europa, dem ganzjährig fantastischen Wetter, und vor allen Dingen der Vielfalt unserer Tauchspots, sowie unserem sagenhaften Hausriff, machen Soma Bay einzigartig attraktiv.


Hat sich Ihre Arbeit im The Breakers – und Ihr Leben, bzw. Ihr Alltag – durch die schwierige politische Situation in Ägypten geändert?


Seit der Eröffnung hatten wir noch kein „normales“ Jahr. Das bedeutet für uns, auf die jeweilige Situation zu reagieren und unseren vollen Fokus auf die Gäste zu legen. Mittlerweise sind 50 % davon schon sogenannte Repeater, die wir also voll von uns überzeugen konnten und immer wieder herzlich gerne bei uns willkommen heißen.


Was glauben Sie, wo es hingeht mit Ägypten in der nächsten Zeit?


Das ist eine ganz schwierige Frage, die man, so glaube ich, auch nicht pauschal beantworten kann. Wir konzentrieren uns darauf, vor Ort einen guten Job zu machen, das Beste aus uns herauszuholen, sodass jeder Gast sagen kann: hier bin ich richtig, hier komme ich wieder her.

 

Herr Reichl, vielen Dank für das Gespräch!

 

 

Reiseinfo:

An The Breakers Diving & Surfers Lodge ist direkt der Orca Dive Club Soma Bay angeschlossen. Und das ist ziemlich praktisch.

Schlagworte
« Videolampentest Ägypten: Tauchen in Soma Bay »

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