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01.04.2016 Christiane Stenzel

Tauchen in der Türkei: In Kas bei Likya Diving

Likya Diving - eine der ersten Tauchbasen in Kas

Zu Gast beim Tauchmediziner

Warum sollte man als Taucher nach Kas reisen?

  • In Kas macht's einfach die tolle Mischung: schönes Tauchen, ein malerischer Ort, tolles Essen, schöne Bars, dazu viele Sehenswürdigkeiten im Umland ...

Für wen ist das Tauchen dort geeignet:

  • Für Gerätetaucher aller Levels


Einen Tauchmediziner an Bord zu haben, das ist natürlich super praktisch. Dr. Murat Yildirim, Basisleiter von Likya Diving ist von Beruf Anästhestist. Und er ist auch Tauchmediziner.

„Tauchen ist eine Sportart, bei der Sicherheit sehr wichtig ist.“

Ein Thema, über das Murat nicht genug aufklären kann und das viele Basen seiner Meinung nach sträflich vernachlässigen.


Es hat Vorteile, einen Tauchmediziner dabei zu haben! Während unseres Interviews checkt er gleich noch die Ohren einer jungen Taucherin, die über Beschwerden klagt. „Die Gäste haben jeden Tag medizinische Fragen, sie sind sehr froh, dass ich darauf antworten kann.“

 

Die Basis und was für ein Boot!

Die Basis von Likya Diving befindet sich im Hotel Linda Beach, zirka zwei Minuten vom Ortszentrum und nicht mal eine Minute vom Tauchboot entfernt. Auf der Terrasse des Hotels kann man nach den Tauchgängen noch entspannt ein Deko Bier trinken, sein Logbuch vervollständigen und in Meereslexika wälzen, was man alles so unter Wasser gesehen hat.

Murat und sein Bruder Volkan haben das absolute Luxusboot. Eine echte Schönheit und noch recht neu. Wir sind wirklich beeindruckt. Murat erzählt uns  „Wir sind ein wenig der shooting star hier in Kas. Wir haben sehr viel investiert und aufgebaut in den letzten fünf, sechs Jahren. Langsam haben wir eine sehr solide Basis geschaffen. Dank meines anderen Berufes waren wir nicht unter finanziellem Druck. Wir wollten nicht einfach irgendein großes Boot. Tauchluft und Tauchsicherheit sind für uns extrem wichtig." Neben reichlich Platz gibt es auch einen Kompressor an Bord.


„Es ist extrem wichtig, dass die Gäste sich sicher fühlen – und so auch tauchen. Wir sind nicht so stark vom kommerziellen Erfolg der Tauchschule abhängig. Über diesen Lebensstil sind wir sehr glücklich. Ich bin froh, wenn ich vier Monate im Jahr hier sein darf. So habe ich meine Freude am Tauchen nicht verloren.“


Tauchen mit Likya Diving

Likya Diving gehört zu den Tauchbasen, die morgens zeitig rausfahren. Und das nicht ohne Grund:

„Wir sind fast immer die ersten an einem Tauchspot“, erklärt uns Murat. „Und wir sind fast immer alleine. Unsere Gäste schätzen die Ruhe. Und auch wir genießen das.“


Und er behält recht: Um neun Uhr geht’s los, die meisten anderen Boote starten nicht vor halb zehn. Wer da ist, ist da, eine Anmeldung in der Basis ist nicht erforderlich. Das ist bei der frühen Uhrzeit schön, wir brauchen uns nicht verbindlich festzulegen. Andererseits ist es gut zu wissen, dass wir morgens einen Schnellstart haben – und an den meisten Tauchplätzen das einzige Boot vor Ort sind. Das ist mehr als nur angenehm.

Sporttauchen steht bei Murat im Fokus. Er und sein Team unterrichten primär PADI und CMAS, denn diese Ausbildungsvarianten werden bei ihnen am häufigsten angefragt. Seine Ausrüstung ist komplett von Cressi.

 

Willkommen bei Freunden

Ein Großteil der Besucher kommt aus Deutschland, Österreich und der Schweiz, zirka 70 Prozent sind "Wiederholungstäter", eine stattliche Zahl (auch wenn das bei vielen, die wir treffen, der Fall ist – nach Kas kehren die meisten gerne zurück). „Viele kommen immer wieder. Wir haben fast 80 Prozent Stammgäste. Der Stammgast kommt oft jedes Jahr!“ Manche der Gäste reisen seit 25 Jahren zu ihm. "Willkommen bei Freunden" heisst nicht ohne Grund das Motto der Basis.


„Wenn sie so viele Stammgäste haben, müssen sie natürlich auch neue Ideen bringen - so dass alle glücklich sind nach dem Tauchgang. Wir suchen z.B. immer wieder neue Tauchplätze.“

Mit Murats Team tauchen wir beispielsweise bei „No Name Island“ - ein neuer Tauchplatz, der den anderen Basen nicht bekannt ist. Murat probiert gerne neue Plätze aus. Seine Gäste danken es ihm.

 

Lykia oder Likya

Likya Diving schreibt sich mal mit y mal mit i und entlarvt damit das Dilemma der Lykischen Küste, also jener Halbinsel zwischen Fethiye im Westen und Antalya im Osten, die dem Namen nach an ihre Bewohner in der Antike, die „Lykier“ erinnert. So genau scheint keiner zu wissen, wie die richtige Schreibweise lautet. Macht nichts, irgendwie ist gerade das sympathisch. Und so stehen dann auch beide Schreibweisen auf dem Boot der Lykia / Likia.

Likya Diving ist eine der ältesten Tauchbasen in Kas. Sie gehörte zusammen mit Barakuda zu den ersten in der Region. Das erscheint heute schwer vorstellbar, denn aktuell gibt es rund 20 Tauchbasen! Der alte Hafen von Antiphellos – so lautet der antike Name für Kas (und diesen Namen findet man auch auf den Straßenschildern immer wieder) – ist mit Tauchbooten quasi gepflastert.

Murat und sein Bruder Volkan übernahmen die Basis 1994.
Murat pendelt das Jahr über zwischen der Schweiz und der Türkei hin und her. Acht Monate arbeitet er in Zürich als Arzt, vier Monate kümmert er sich um die Basis in Kas.
Sein Bruder Volkan und sieben Mitarbeiter halten die Stellung, wenn er fort ist: Guides, Ausbilder, Praktikant. Volkan ist Kapitän des Bootes und lebt auch darauf. Er ist der Co-Leiter der Tauchbasis.


Die Mischung macht's

Murat empfiehlt, nicht allein wegen des Tauchens nach Kas zu reisen:


„Ich würde zwei Aussagen machen: Nur zum Tauchen solltest du nicht nach Kas kommen, dann lieber ans Rote Meer oder auf die Malediven. Aber wenn du tauchen und danach eine schöne Mischung haben möchtest, eine Abendkultur, gutes Essen, ein angenehmes Mittelmeerklima und einen idyllischen Ort - dann ist Kas genau das richtige!“


Die Mischung ist es seiner Meinung nach, die den Ort für Taucher und Urlauber abseits des Mainstream so attraktiv macht.
Ein "Nachteil" ist in seinen Augen der verhältnismäßig lange Transfer. Denn die Anreise, die entweder über Dalaman oder Antalya erfolgt, dauert mindestens 90 Minuten. Das Gute daran: Wegen der etwas ungünstigen Verkehrslage, bzw. Flughafenanbindung, ist Kas bislang von Bettenburgen und Massentourismus verschont geblieben.
Und: Die Strecke entlang der Lykischen Küste, ist wirklich malerisch und definitiv die Zeit wert.


Zu Murats Lieblingstauchplätzen gehören:
Assi Island (Murat kennt eine schöne Anekdote, wie es zu diesem Namen gekommen ist, aber die soll er lieber selbst erzählen), Flying Fish, Üc Kaya, Leuchtturm und Canyon.

Ein paar Reisetipps

 

Einreisebestimmungen:

Zur Einreise benötigt man einen Reisepass oder Personalausweis. Dieser muss noch mindestens 6 Monate gültig sein. Es gilt auch ein vorläufiger Reisepass, der ebenfalls noch mindestens 6 Monate gültig sein muss.

Flug:

Wir sind mit SunExpress nach Antalya geflogen. Will man die Lykische Küste erkunden, kann man auch nach Dalaman fliegen, zeitlich tut sich das nicht allzu viel. Aber unsere Reise begann in Adrasan und so flogen wir nach Antalya.
Da wir zwei Tauchausrüstungen und Fotoausrüstung dabei hatten, kamen wir mit dem erlaubten Freigepäck nicht zurecht.
Aber dafür gibt es eine gute Lösung: Man kann bei Sunexpress zusätzliches Gepäck gegen Aufpreis buchen. Das nennt sich dann „Übergepäckpakete“ - und die gibt’s in unterschiedlichen Staffelungen.
Für 15 Euro pro Person und Strecke konnten wir je 5 kg extra mitnehmen. Das reichte uns völlig aus. Außerdem gab's dazu noch eine Snackbox und ein Getränk. Neben Sunexpress fliegen unter anderen auch Air Berlin (fliegt leider nicht von allen Flughäfen in Deutschland); Hapag Lloyd und Türkisch Airlines in die Region.

Mietwagen:

Wir haben einen Mietwagen über CarDelMar gebucht.
Solltet ihr mit einem Mietwagen unterwegs sein, empfehlen wir ein Navi mitzunehmen, das hat unseren Urlaub deutlich entspannt und wir konnten bei der Rückfahrt zum Flughafen eine echte Punktlandung machen. Die Abwicklung vor Ort war professionell und unkompliziert.

Da die Haftpflicht Versicherung in der Türkei eine viel zu geringe Deckung hat empfehlen wir hier den Abschluß einer Zusatzversicherung. Möglicherweise ist das bereits durch die eigene KFZ Haftpflicht abgedeckt. Mann spricht hier von der sogenannten "Mallorca Police". Aber Achtung: z.B. bei meiner Versicherung ist der asiatische Teil der Türkei nicht mit abgedeckt. Ich habe daher beim ADAC eine Zusatzversicherung abgeschlossen.

Sun Express landet in Antalya am Terminal 1. Die meisten anderen internationalen Flüge kommen an Terminal 2 an. Das ist deshalb wichtig, da die meisten Autovermietungen einen Mitarbeiter zur Autoübergabe in die Ankunftshalle schicken. Am besten der Autovermietung Ankunftszeit und Flugnummer schon bei der Reservierung mitteilen.

Transfer:

Reist ihr nicht mit dem Mietwagen an, dann lässt sich der Transfer bereits vor Beginn der Reise bequem direkt über eine der Tauchbasen oder den Reiseveranstalter organisieren.
Nach der Ankunft warten, vor der Ankunftshalle des Flughafens,  die zahlreichen Reiseveranstalter bereits mit Schildern auf Ihre Fahrgäste. Vom Flughafen geht es dann in ca. 3 Stunden per Shuttle von Antalya nach Kas. Von Dalaman aus dauert der Transfer nach Kas ca. 2 Stunden. Bei der Rückkehr unbedingt darauf achten einen frühen Termin für den Shuttle auszumachen. Kommt der nämlich ein wenig zu spät, kann es am Flughafen mit unberechenbarer Check-In-Schlange und Sicherheitskontrollen zeitlich ganz schön eng werden.

Der Transfer mit öffentlichen Verkehrsmitteln ist zwar im Prinzip möglich aber relativ kompliziert und langwierig. Keine Empfehlung als Start in den Urlaub.

Temperatur:

Die Wassertemperatur schwankt in der Saison zwischen 18 Grad im April und 28 Grad im August. Als wir Anfang September dort waren hatte es je nach Sprungschicht zwischen 26 und 29 Grad Wassertemperatur.


Wir empfehlen daher für die Zeit August – September Shorty oder 5mm Nass-Anzug.

Übernachten:

Wir haben im Lycia Hotel gewohnt, in einem sehr kleinen Zimmer mit Balkon und fantastischem Meerblick. Das Bad war allerdings dringend renovierungsbedürftig. Eine Renovierung ist uns für dieses Frühjahr zumindest angekündigt worden. Oberhalb der Bucht gibt es eine ganze Reihe von Hotels aller Kategorien. Durch die Lage am Hang hat man von quasi überall einen fantastischen Blick über die Bucht.

Bei einem längeren Aufenthalt oder mit mehr Personen sollte man auch eine Ferienwohnung in Betracht ziehen.

Sowohl für Hotel als auch für die Ferienwohnung empfiehlt sich auf die Entfernung zum Meer und Ortszentrum zu achten. 800 Meter klingt nicht viel, sind dabei aber bei 40 Grad Temperatur auch noch 500 Höhenmeter zu überwinden, wird es doch etwas anstrengender.

 

Ihr möchtet mehr Reisetipps zur Lykischen Küste?

Dann stöbert in den Beiträgen unserer Rubrik Meer - Reisen.

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